Aktuelle Meldungen

Jetzt einreichen: Call for Abstracts endet am 15. August

(26.07.2017) Jetzt heißt es schnell sein: Noch bis zum 15. August können Abstracts für den diesjährigen DIVI-Kongress in Leipzig eingereicht werden. Für die besten Abstracts haben die Organisatoren ein Preisgeld von 15.000 Euro ausgeschrieben. Prämiert werden Themen, die in besondere Weise die wissenschaftliche Arbeit rund um die Intensivmedizin in Deutschland widerspiegeln.

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Fachkraftquote und bessere Qualifizierung: „Wir brauchen eine Professionalisierung der Notfallpflege!“

 

(26.07.2017) Die Ziele sind klar: Anerkennung der Notaufnahmen als eigenständige Funktionsbereiche sowie die Etablierung einer Fachkraftquote für fachweitergebildete Notfallpflegende. Mit diesen Forderungen des jetzt veröffentlichten Positionspapiers will das multiprofessionelle Aktionsbündnis Notfallpflege eine hochwertige Notfallversorgung sichern und den Status der Notfallpflege in Deutschland stärken. Initiiert wurde das Bündnis von der Pflegeexpertin Katrin Wedler, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg mit Unterstützung von Professor Felix Walcher, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sowie Direktor der Klink für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Magdeburg.

 

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DIVI fordert neue Strukturierung der Notfallversorgung

(27.06.2017) Die Notfallversorgung in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten personell und technologisch kontinuierlich weiterentwickelt. Nichtsdestotrotz scheint es ein Strukturproblem zu geben: Eine Analyse des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ergab, dass nur 22 Prozent der Notfalleinsätze mit Blaulicht echte Notfälle sind. Dafür wurden bundesweit 3.127 Einsätze ausgewertet. Kapazitäten für lebensbedrohliche Notfälle könnten dadurch fehlen beziehungsweise Einsätze verzögert werden. Seit Jahren steigen zudem die Notarzteinsätze jährlich um fünf bis sieben Prozent. Die Gründe, warum die Notrufnummer 112 auch in Bagatellfällen gewählt wird, sind vielschichtig. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert daher ein Überdenken der bestehenden Strukturen, um die Notfallversorgung in Deutschland noch effizienter zu machen.

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Die Datenbank, die Leben rettet – 10 Jahre Deutsches Reanimationsregister

Jan-Thorsten Gräsner

(11.05.2017) Eine unverzichtbare Grundlage für Versorgungsstudien, lokales Qualitätsmanagement und Handlungsempfehlungen: Zehn Jahre nach seinem Start sind im Deutschen Reanimationsregister mehr als 110.000 Datensätze außer- und innerklinisch reanimierter Patienten erfasst. 180 Rettungsdienste und 150 Kliniken speisen derzeit ihre Daten in das Verzeichnis und repräsentieren damit eine versorgte Bevölkerung von etwa 25 bis 30 Millionen Einwohnern. Damit ist das Deutsche Reanimationsregister eine der größten Datenbanken für Wiederbelebung in Europa.

„Das Register hat sich als ein für die Patientenversorgung enorm wichtiges Wissensinstrument bewährt“, weiß PD Dr. Jan-Thorsten Gräsner (Foto), stellvertretende Sprecher der DIVI-Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin und Mitglied des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters. „Zudem trägt es dazu bei, die Versorgung der uns anvertrauten Patienten stetig weiter optimieren zu können.“

„Es ist wichtig, dass wir in der Situation des Kreislaufstillstands Informationen über die tatsächlich getroffenen Maßnahmen bekommen: wissen, was draußen vor Ort passiert, wissen, wie schnell der Rettungsdienst vor Ort ist, welche Maßnahmen er durchführt, in welches Krankenhaus der Patient gebracht wird – um dann im Anschluss das Outcome dieses Patienten in Einklang zu stellen mit den gefundenen Daten“, erklärt PD Dr. Gräsner, hauptamtlich Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Kiel, sein Engagement für das Deutsche Reanimationsregister. „Nur so werden wir auf Verbesserungspotential aufmerksam und können dann beim nächsten Mal noch bessere Hilfe leisten.“

Einzigartige Daten für die Versorgungsforschung und Qualitätssicherung

Neben einem Instrument des lokalen Qualitätsmanagements ist das Register auch ein wichtiges Werkzeug in der Versorgungsforschung geworden. Die Datenbank bietet die Möglichkeit für wissenschaftliche Auswertungen und Studienbegleitung. „In den letzten Jahren konnten mehrere hochrangig international publizierte Studien durch die Teilnehmer des Registers erstellt werden“, berichtet Gräsner. Allein sieben Originalarbeiten und mehr als 60 Überblicksarbeiten sind aus dem Deutschen Reanimationsregister heraus entstanden.

„Wir wissen vor allem über die seltenen Notfälle anhand das Register heute viel mehr. Zum Beispiel über Patienten, die nach einem Verkehrsunfall einen Kreislaufstillstand erlitten haben. Da können wir nur auf sehr wenige Daten weltweit zurückgreifen, Studien gibt es so gut wie keine. Aber vor einigen Jahren konnten wir genau dazu aus dem Reanimationsregister publizieren und haben festgestellt, dass diese Patientengruppe sehr wohl eine Überlebenschance hat“, so Gräsner. Diese Erkenntnisse haben mit acht Zitaten in den neuen Wiederbelebungsempfehlungen, veröffentlicht 2015, Eingang gefunden.

Das Ziel für die nächsten Jahre: Noch mehr Kliniken und Rettungsdienste gewinnen!

Das Register ist heute eine sehr gut aufgestellte Datenbank, die alle Versorgungsabschnitte darstellen kann. Jetzt geht es um die Verbreitung! Einige Bundesländer wie Rheinland-Pfalz, beteiligen sich bereits landesweit, ansonsten erkennt man in Deutschland einige Hot-Spots. „Insgesamt decken wir zwischen 25 bis 30 Millionen Bürger im Register ab. Da geht noch mehr!“ PD Dr. Gräsner hat ambitionierte Ziele: „Um die 500 Rettungsdienste haben wir in Deutschland, 167 sind am Register beteiligt. In zehn Jahren würde ich gerne sagen: Es sind alle 500 mit dabei!“

Auch einen innerklinischen Teil gibt es in der Datenbank – für den innerklinischen Notfall und die innerklinische Reanimation. „Da sind wir aktuell bei etwa 150 oder 160 teilnehmenden Kliniken. Bei 2000 Krankenhäusern in Deutschland ist auch hier natürlich noch deutliches Potential“, so Gräsner.

Dateneingabe lohnt sich gleich mehrfach

Krankenhäuser können sich ihre Versorgungsstruktur, in Zeit-, Proßess- und Strukturanalyse darstellen lassen sowie natürlich Ergebnisse auswerten. „Und sie sehen sich im Bench-Marking mit allen anderen Teilnehmern. Das heißt: Man kann sehr schön sehen, wo steht man besser, wo steht man schlechter“, wirbt Gräsner. „Zudem gibt es mittlerweile jährliche Berichte zur Datenlage und natürlich jederzeit online verfügbare Datensätze.“

Generell ist sich das Organisationskomitee einig: Die Kombination der Möglichkeiten des Qualitätsmanagements vor Ort und wissenschaftlicher Forschung im großen Stil ist eines der Erfolgsgeheimnisse des Deutschen Reanimationsregisters.


Der Hintergrund:
Das Deutsche Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR)® – ist eine standortübergreifende Datenbank für die anonymisierte Erfassung und Auswertung von Reanimationsmaßnahmen sowie von Notfallversorgungen in den Kliniken. Neben der Dokumentation der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität, ermöglicht das Register einen nationalen Leistungsvergleich und ein Qualitätsmanagement. Zunächst als Projektinitiative der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im Jahr 2003 begonnen, wurde das Deutsche Reanimationsregister der DGAI offiziell 2007 im Rahmen des Deutschen Anästhesiecongresses (DAC) in Hamburg gestartet. Heute steht das Deutsche Reanimationsregister unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und wird von weiteren Partnern unterstützt.
www.reanimationsregister.de

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