Aktuelle Meldungen

DIVI kritisiert neue Empfehlung zur Notfallversorgung

(12.10.2017) Die Notfallversorgung in Deutschland steht vor einer Neustrukturierung. Erste Details wurden jetzt vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen bekannt gegeben. So sollen in Zukunft interdisziplinäre Notfallzentren entstehen, die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) geführt werden. „Wir unterstützen den Aufbau zentraler Anlaufstellen“, sagt Professor André Gries (Foto, links), Notaufnahme-Experte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). „Jedoch sollten diese Zentren nicht ausschließlich unter Leitung der Kassenärztlichen Vereinigung stehen. Bei vielen kritisch kranken, aber auch zeitkritischen Patienten ist das Leitsymptom nicht richtungsweisend. Für die fachliche Diagnose, aber auch die unmittelbare Notfalltherapie muss an dieser Stelle ein in der Notfallmedizin erfahrener Facharzt eingesetzt werden“, fordert Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig. Kritisch betrachtet wird auch der Vorschlag, dass die KV unabhängig über die stationäre Aufnahme von Patienten entscheiden soll. „Dem müssen wir widersprechen, weil dadurch die Aufnahmeprozesse nur komplizierter und auch verzögert werden“, sagt der DIVI-Experte. Organisatorisch sei es wesentlich sinnvoller, wenn Krankenhäuser die Hoheit behielten.

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Für Chef- und Oberärzte: Führungskräfte-Workshop auf dem DIVI-Kongress

(11.10.2017) Professionelle Führung will gelernt sein: Im Rahmen des DIVI-Kongresses in Leipzig findet am 8. und 9. Dezember Führungskräfte-Workshop mit Leadership-Coach Edgar Schmid statt. Die eineinhalbtätige Veranstaltung soll aufzuzeigen, wie ein Reputationsgewinn durch Leadership-Excellence unter Einbeziehung von patientenorientierter Qualität und Krankenhausökonomie umgesetzt werden kann. Praktische klinische Fallübungen bringen Theorie und Praxis in Einklang und geben den Teilnehmern Lösungen für tagtägliche Situationen zur Hand. Die Teilnahmegebühr für DIVI-Mitglieder und DIVI-Referenten (unabhängig von einer Mitgliedschaft) beträgt 250 Euro, sonst 400 Euro. Maximal 15 Personen können teilnehmen. Die Anmeldung ist ab sofort online über die DIVI Kongress-Webseite möglich.

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Jetzt anmelden: ALS-Provider-Kurs in Leipzig

(19.09.2017) Lebensrettende Reanimationsmaßnahmen sollten ständig geschult werden. Deshalb lädt das European Resuscitation Council (ERC) direkt vor dem DIVI-Kongress zur zweitägigen Fortbildung „Advanced Life Support“ (ALS) nach Leipzig ein. Der Kurs umfasst neben theoretischen Vorträgen vor allem praktische Stationen und simulierte Notfallszenarien sowie Kleingruppendiskussionen. In den verschiedenen Vorträgen, Gesprächen, Workshops und praktischen Übungen stehen am 4. und 5. Dezember neben ALS auch Themen wie Basic Life Support (BLS), Atemwegsmanagement sowie Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen im Fokus.

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Aus Fehlern lernen!

„Aus Fehlern lernen!" ist der Grundgedanke der Critical-Incident-Reporting-Systeme, die in den letzten Jahren auch in der Medizin Verbreitung fanden (vor allem „cirsmedical" der Deutschen Ärzteschaft). Die dort berichteten (Beinahe-)Zwischenfälle haben auf einige Schwachstellen sowohl der ISO-Norm 26825 als auch deren DIVI-Ergänzung hingewiesen. Beispielsweise kam es vermehrt zu Verwechslungen zwischen Muskelrelaxantien und Benzodiazepinen, weil sich das Rot der Muskelrelaxantien und das Orange der Benzodiazepine zu ähnlich waren.

Mit der aktualisierten Empfehlung wird auf diese Berichte reagiert. Die Umstände der Fehler wurden analysiert und entsprechende Anpassungen und Änderungen vorgenommen. Die aktuellen Empfehlungen weichen nun auch in einigen Fällen von den Vorgaben der ISO 26825 ab, die bisher lediglich ergänzt wurden. Beispielsweise wurde der Farbcode für nichtdepolarisierende Muskelrelaxantien von reinem Rot auf ein zweifarbiges Rot/Weiß geändert. Eine weitere wesentliche Verbesserung ist die Einführung des sog. Tall-Man-Lettering-Prinzips. Dies wird bereits in den USA von der FDA zur besseren Unterscheidung von ähnlich aussehenden Namen – wie Nifedipin und Nicardipin – propagiert: Indem bestimmte Buchstaben groß geschrieben werden – hier NIFEdipin und niCARdipin - wird die optische Unterscheidbarkeit erhöht.

Ein weiter wichtiger Schritt in Richtung Medikationssicherheit wird in Zukunft die Vermeidung von Verwechslungen durch apparative Unterstützung
sein. Letztlich lässt sich nur so der menschliche Fehler – sei es z.B. durch Unaufmerksamkeit, Stress oder Ablenkung – vermeiden. Dazu wurde eine zweidimensionale Datenmatrix definiert, die ab sofort auf Spritzenetiketten eingesetzt und praktisch genutzt werden kann – vorausgesetzt die technischen Voraussetzungen sind gegeben. Dieser DSEC (DIVI-Spritzen-Etiketten-Code) ermöglicht eine standardisierte Kodierung des Wirkstoffs, dessen Konzentration in der aufgezogenen Lösung und der Einheit der Konzentrationsangabe (z.B. mg/ml, i.E./ml). Diese Informationen können dann von einer Kamera eingelesen werden und stehen dann in elektronischer Form sowohl zum Sicherheitscheck als auch zur weiteren Datenverarbeitung zur Verfügung.

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