Aktuelle Meldungen

15.000 Euro Preisgeld ausgeschrieben: Jetzt Abstract einreichen!

(26.04.2017) Für die besten Abstracts zum DIVI-Kongress 2017 haben die Organisatoren ein Preisgeld von 15.000 Euro ausgeschrieben. Prämiert werden Themen, die in besondere Weise die wissenschaftliche Arbeit rund um die Intensivmedizin in Deutschland widerspiegeln. Einsendeschluss ist der 15. August. Ausgezeichnet werden die besten acht Abstracts im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der vom 6. bis 8. Dezember in Leipzig stattfindet.

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Neuer DIVI-Vorstand 100 Tage im Amt: „Vereinen, vernetzen und voranbringen“

(12.04.2017) Jede Sekunde zählt, wenn es in der Intensiv- und Notfallmedizin um das Patientenwohl geht. Wenn es dagegen um die Interessen der behandelnden Mediziner und angeschlossener Berufsgruppen geht, da zählen alle auf die Arbeit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Deren neu gewählter Vorstand ist nun 100 Tage im Amt, Zeit für eine erste Bilanz.

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Der Neue: DIVI-Stellenmarkt für Intensiv- und Notfallmedizin

(12.04.2017) Gesucht und gefunden: Wir freuen uns, ein neues DIVI-Mitglied willkommen zu heißen: Die DIVI-Jobbörse für Intensiv- und Notfallmediziner, Pflegepersonal, Therapeuten und weitere Berufe in Kliniken der Intensiv- und Notfallmedizin ist ab sofort unter www.divi.de/stellenangebote erreichbar.

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Aktuelle Stellenangebote

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Hauptindikatoren 1 - 10

  1. Tägliche multiprofesionelle, klinische Visite mit Dokumentation von Tageszielen

  2. Monitoring von Sedierung, Analgesie und Delir

  3. Protektive Beatmung

  4. Weaning und andere Maßnahmen zur Vermeidung von Venitlatorassoziierte Pneumonie

  5. Frühzeitige und adäquate Antibiotikatherapie

  6. Therapeutische Hypothermie nach Herzstillstand

  7. Frühe enterale Ernährung

  8. Strukturierte Dokumentation von Angehörigengesprächen

  9. Händedesinfektionsmittelverbrauch (BQS Indikator 2010)

  10. Leitung der Intensivstation durch einen Facharzt mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, der keine anderen klinischen Aufgaben hat, Präsenz eines Facharztes mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin in der Kernarbeitszeit und Gewährleistung der Präsenz von intensivmedizinisch erfahrenem ärztlichen und pflegerischen Personal über 24h


 Alle Hauptindikatoren als PDF zum herunterladen:

pdfQI Liste_Indikatoren_2013.pdf

Hauptindikator I

Ausprägung

Tägliche multiprofessionelle, klinische Visite mit Dokumentation von Tageszeiten/ eines Tagesziels

Größenordnung

Risiko und Effektivität

Begründung

Die multiprofessionelle (mindestens bestehend aus ärztlichen und pflegerischen Teammitgliedern), tägliche Visite mit schriftlicher Festlegung der täglichen Ziele/des täglichen Ziels für jeden Patient auf der Intensivstation verbessert die Kommunikation der an der Behandlung beteiligten Professionen auf einer Intensivstation.

Die Festlegung von täglichen (kurzfristigen) Zielen neben langfristigen Zielen, verbessert die Behandlungsqualität durch Vermeidung von Komplikation und führt zur effektiveren Umsetzung von geplanten Maßnahmen auf einer Intensivstation (Verweildauer, Krankenhaussterblichkeit)

Mathematische Formel

 

H1 1

 

 Population

Alle Patienten auf der Intensivstation

 Erklärung der Terminologie

Die tägliche Festlegung von Zielen für die kommenden 24 h für jeden Patienten beeinflusst die Tagesabläufe einer Intensivstation in dem Sinne, dass verschiedene, an der Behandlung beteiligte Professionen sich gemeinsam auf umsetzbare bzw. anzustrebende Ziele verständigen. Der kommunikationsverbessernde Effekt durch diese gemeinsame Visitenkultur kann durch die Patientendokumentationsvorlagen der Intensivstation unterstützt werden, indem in den Tageskurven ein definierter Bereich zur Dokumentation von Tageszielen eingepflegt wird. Gelenkte Checklisten haben sich bei der Umsetzung von Tageszielen in der Literatur bewährt.

Bei der Festlegung von täglichen Zielen können Checklisten verwendet werden, in denen z.B. folgende Punkte Beachtung finden können:

  • Abstimmen der Kommunikation (Konsile/Angehörige/weiterbehandelnde Einrichtungen)
  • Therapieziele/Therapiezieländerung
  • Ziele zur Analgesie, Sedierung und Delir-Management
  • Beatmung/Weaning/Atemtherapie
  • Kreislauf/Flüssigkeitshaushalt
  • Ernährung
  • Infektionsmanagement
  • Antwort auf die Frage der Notwendigkeit von Kathetern und anderen invasiven Verfahren
  • Festlegung von Präventionsmaßnahmen (Antikoagulation/Dekubitus/Magenschutz/Mobilisation/spezielle Physiotherapie Maßnahmen)
  • Geplante Maßnahmen (Diagnostisch/therapeutisch)
  • Abstimmen der Medikation

Art des Indiaktors

Struktur / Prozesse 

Datenquelle

Patientendokumentation

Richtwert

  1. Schritt
    Struktur: Standard ja/nein
    ja > 95%
  2. Schritt
    Prozess: Umsetzung ja/nein
    ja > 70%

 Literaturangaben

  • Pronovost P, Berenholtz S, Dorman T, Lipsett PA, Simmonds T, Haraden C. Improving communication in the ICU using daily goals. Pronovost P, Berenholtz S, Dorman T, Lipsett PA, Simmonds T, Haraden C. J Crit Care. 2003;18:71-5

  • Khorfan F.Daily goals checklist--a goal-directed method to eliminate nosocomial infection in the intensive care unit.J Healthc Qual. 2008;30:13-7

  • Newkirk M, Pamplin JC, Kuwamoto R, Allen DA, Chung KK. Checklists change communication about key elements of patient care. J Trauma Acute Care Surg.2012;73:S75-82

  • Gusmao-Flores D, Figueira Salluh JI, Chalhub RA, Quarantini LC. The confusion assessment method for the intensive care unit (CAM-ICU) and intensive care delirium screening checklist (ICDSC) for the diagnosis of delirium: a systematic review and meta-analysis of clinical studies. Crit Care. 2012 Jul 3;16(4):R115

  • Weiss CH, Moazed F, McEvoy CA, Singer BD, Szleifer I, Amaral LA, Kwasny M, Watts CM, Persell SD, Baker DW, Sznajder JI, Wunderink RG. Prompting physicians to address a daily checklist and process of care and clinical outcomes: a single-site study. Am J Respir Crit Care Med. 2011 Sep 15;184(6):680-6.

  • Jeffries HE, Mason W, Brewer M, Oakes KL, Muñoz EI, Gornick W, Flowers LD, Mullen JE, Gilliam CH, Fustar S, Thurm CW, Logsdon T, Jarvis WR. Prevention of central venous catheter-associated bloodstream infections in pediatric intensive care units: a performance improvement collaborative. Infect Control Hosp Epidemiol. 2009 Jul;30(7):645-51

  • Tallgren M, Pettilä V, Hynninen M. Quality assessment of sedation in intensive care. Acta Anaesthesiol Scand.2006 Sep;50(8):942-6

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Hauptindikator II

Ausprägung Monitoring von Sedierung, Analgesie und Delir
Größenordnung Risiko und Effektivität
Begründung

Eine inadäquate Sedierung (Übersedierung oder Untersedierung), eine inadäquate Analgesie und ein unbehandeltes Delir verursachen verlängerte maschinelle Beatmungszeiten, verlängerte Intensivbehandlung, verlängerte Krankenhausverweildauer sowie eine Steigerung von Morbidität, Letalität und Ressourcenverbrauch.

Der Einsatz validierter Sedierungs-, Analgesie- und Delirskalen wird in den klinischen Leitlinien empfohlen.

Mathematische Formel

Sedierung:

H2

Gesamtzahl vorgegebener Messungen = Behandlungstage -1)x3

Population

In Intervallen (i.d.R.) alle acht Stunden bei intensivmedizinischen Patienten während des gesamten Behandlungszeitraums

Erklärung der Terminologie

Überwachung: Beurteilung des Sedierungs- und Analgesieniveaus sowie der Präsenz eines Delirs anhand validierter Skalen alle 8 Stunden oder wenn sich die klinische Situation verändert.

Algorithmus (Lütz A, Spies C et al. 2009)

H2 Delir

Art des Indikators

  1. Schritt:
    Struktur (Sedierung/Analgesie/Delir): Standard ja / nein

  2. Schritt:
    Prozess: Sedierung

Datenquelle

  1. Struktur: Abfrage

  2. Prozess: Patientenakte (Pflegedokumentation); PDMS

Richtwert
  1. Schritt
    Struktur: ja>95%

  1. Schritt
    Prozess: ≥70%

Kommentare
  • Empfohlene Skalen (ggf. in Monitore, Geräte integriert)
  • RASS: Richmond Agitation and Sedation Scale
  • NRS: Numeric Rating Scale bzw. BPS: Behavioral Pain Scale
  • CAM-ICU: Confusion Assessment Method - Intensive Care Unit oder andere validierte Delir Scores
Literaturangaben
  • Martin J, Heymann A, Bäsell K, Baron R, Biniek R, Bürkle H, Dall P, Dictus C, Eggers V, Eichler I, Engelmann L, Garten L, Hartl W, Haase U, Huth R, Kessler P, Kleinschmidt S, Koppert W, Kretz FJ, Laubenthal H, Marggraf G, Meiser A, Neugebauer E, Neuhaus U, Putensen C, Quintel M, Reske A, Roth B, Scholz J, Schröder S, Schreiter D, Schüttler J, Schwarzmann G, Stingele R, Tonner P, Tränkle P, Treede RD, Trupkovic T, Tryba M, Wappler F, Waydhas C, Spies C. Evidence and consensus-based German guidelines for the management of analgesia, sedation and delirium in intensive care--short version. Ger Med Sci. 2010 Feb 2;8:Doc02

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Hauptindikator III

Ausprägung Lungenprotektive Beatmung
Größenordnung Risiko und Effektivität
Begründung Protektive Beatmungsstrategien konnten die Überlebenserwartung bei ALI/ARDS um 25 % verbessern.
(N Engl J Med. 2000;342(18):1301-1308)
Beatmungsmodi Maschinell beatmete Patienten (ARDS, ALI)
Atemzugsvolumen 6 ml/kg errechnetes Körpergewicht
Plateaudruck  < 30 cm H2O (alternativ, falls nicht im Ventilator verfügbar: Spitzendruck < 35 cm H2O)
Peep Siehe Tabelle zur PEEP-Einstellung
Tabelle zur PEEP-Einstellung
FiO2 0,3 0,4 0,4 0,5 0,5 0,6 0,7 0,7 0,7 0,8 0,9 0,9 0,9 1,0
Peep 5 5 8 8 10 10 10 12 14 14 14 16 18 18-24
Poulation Alle maschinell beatmeten Patienten mit ALI/ARDS =/> 24 Stunden
Erklärung Alle Tage maschineller Beatmung von Patienten mit ALI/ARDS und über Gesamtbehandlungszeitraum
Art des Indikators Struktur, Prozess und Ergebnis
Datenquelle
  1. Schritt: Struktur: Standard ja / nein; Geprüft ja /nein
  2. Schritt: Peer Review Audits: Protektive Beatmung, Tidalvolumen, Plateaudruck,
    (alternativ Spitzendruck) , PEEP (alternativ: Geräte, PDMS)
  3. Schritt: Ergebnis: Beatmungsassoziierte Pneumonie nach ATS-Kriterien
Richtwert
  1. Schritt: Struktur ja > 95 %
  2. ≥ 70% Protektive Beatmung
  3. Schritt: Ergebnis: Beatmungsassoziierte Pneumonietage

18 Ereignisse auf 1.000 Tage maschineller Beatmung
(plus 20 VAP Beatmungstage auf 100 Tage Beatmung)
Dauer der Beatmung nach Diagnose VAP <= 10 Tage

Mathematische Formel (Prozess)  H3
Art des Indikators Struktur, Prozess, Ergebnis
 Datenquelle
  1. Schritt: Umfrage
  2. Schritt: Prozess: Peer Review (Alternative: Geräte, PDMS)
  3. Schritt: Ergebnis: KISS/SAR/-ICU-Surveillance (Jahresbericht)
Literaturangaben
  • Acute Respiratory Distress Syndrome Network. Ventilation with lower tidal volumes as compared with traditional tidal volumes for acute lung injury and the acute respiratory distress syndrome.N Engl J Med. 2000;342:1301-1308.
  • Brower RG, Lanken PN, MacIntyre N, National Heart, Lung, and Blood Institute ARDS Clinical Trials Network. Mechanical ventilation with higher versus lower positive end-expiratory pressures in patients with acute lung injury and the acute respiratory distress syndrome. N Engl J Med. 2004;351(4):327-336.
  • Mercat A, Richard J, Brochard L. Comparison of two strategies for setting PEEP in ALI/ARDS: ExPress study. Intensive Care Med. 2006;32:S97.
  • American Thoracic Society; Infectious Diseases Society of America: Guidelines for the management of adults with hospital-acquired, ventilator-associated, and healthcare-associated pneumonia.Am J Respir Crit Care Med. 2005
  • Alain Mercat, Jean-Christophe M. Richard, Bruno Vielle, Samir Jaber, David Osman, Jean-Luc Diehl, Jean-Yves Lefrant, Gwenaël Prat, Jack Richecoeur, Ania Nieszkowska, Claude Gervais, Jérôme Baudot, Lila Bouadma, Laurent Brochard, and for the Expiratory Pressure (Express) Study Group. JAMA. 2008; 299:646-655.
  • Gastmeier P, Geffers C. J Hosp Infect.2007;67:1-8. Epub 2007 Aug 2
  • ARDS et al. NEJM 34..1901-8 (2003)
  • Garner JS, Jarvis WR, Emori TG, Horan TC, Hughes JM. CDC definitions for nosocomial infections, 1988. Am J Infect Control. 1988; 16:128-40.
  • Álvarez F, Palomar M, Olaechea P, Insausti J, Bermejo B, Cerdá E y grupo de estudio de Vigilacia de infección nosocomial en UCI. National study of nosocomial Infection surveillance in intensive care units. Report of the year 2002. [Article in Spanish] Med Intensiva 2005; 29:1-12.
  • Villar J, Pérez-Méndez L, López J, Belda J, Blanco J, Saralegui I, Suárez-Sipmann F, López J, Lubillo S, Kacmarek RM; HELP Network. An early PEEP/FIO2 trial identifies different degrees of lung injury in patients with acute respiratory distress syndrome. Am J Respir Crit Care Med. 2007;176:795-804. 

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Hauptindikator IV

Ausprägung

Weaning und Maßnahmen zur Vermeidung von Ventilatorassoziierten Pneumonien
(kurz: Weaning/VAP Bundle)

Größenordnung Risiko und Effektivität
Begründung

Ventilatorassoziierte Pneumonien (VAP) stellen eines der großen Probleme in der Intensivmedizin dar. Pathogene Erreger gelangen typischerweise vom Nasenrachenraum in den subglottischen Respirationstrakt (Mikroaspiration).

Der Qualitätsindikator IV dient im Ergebnis der Prävention und Reduktion der Ventilatorassoziierten Pneumonie und lässt sich in der täglichen Umsetzung daher durch zwei Prozesse messen:

  1. Maßnahmen zur Verkürzung der Beatmungsdauer (nichtinvasive Beatmung, Weaning) sowie
  2. Maßnahmen zur Reduktion der Mikroaspiration von pathogenen Erregern.

Maßnahmen, die evident hierzu beitragen sind:

  1. Weaningprotokoll/Weaningkonzept in Kombination mit Sedierungszielvorgaben. Bei jedem kontrolliert beatmeten Patienten soll täglich erhoben werden, ob Weaning möglich bzw. erfolgt oder nicht. Dies soll im Kontext zum QI II gesehen werden, der die tägliche Zielvorgabe der Sedierung und die Dokumentation der erhobenen Werte vorgibt.
  2. Maßnahmen zur Reduktion der Mikroaspiration von pathogenen Erregern. Zu diesem Zwecke werden in der Literatur verschieden Maßnahmen genannt, die entweder als Maßnahmenbündel (VAP Bundle) oder als Einzelmaßnahme zur Reduktion der Inzidenz von VAP beigetragen haben. Die Zusammensetzung der VAP Bundle unterscheidet sich in der Literatur, so dass es in Anbetracht des positiven Outcomerelevanten Effektes der Bundle keine klare Zuordnung zu nur einer, der genannten Maßnahmen geben kann. VAP Bundle als solche sich jedoch nachweislich dazu geeignet, die Inzidenz von VAP zu reduzieren. Es wird empfohlen mindestens drei Maßnahmen eine VAP Bundle in den Standards der Intensivstation hinterlegt zu haben:
    • Lagerungsprotokoll zur Verhinderung von ausgedehnten Phasen einer Flachlagerung (weniger als 30° Oberkörperhochlagerung).
    • Händedesinfektion bei Maßnahmen an den Atemwegen
    • Mundpflege und orale Dekontamination. Grundsätzlich kommen für die Dekontamination antiseptische oder antiinfektive Lösungen in Betracht
    • Vermeidung oraler Aspiration z.B. durch Cuffdruckmessungen, subglottische Sekretabsaugung

 

  1. Struktur: tägliche Dokumentation der Zielvorgaben für die Beatmung/Weaning: ja/nein und Dokumentation von Maßnahmen im Rahmen eines VAP Bundle ja/nein
  2. Prozess: Peer Review
  3. Ergebnis: VAP (nach ATS)
Population Alle maschinell beatmeten Patienten 
Mathematische Formel
(Prozess) QI IVa
H4 1
Mathematische Formel
(Prozess) QI IVb
 H4 2
Art des Indikators  Struktur, Prozess und Ergebnis
Datenquelle
  1. Struktur: Abfrage
  2. Prozess: Frühvisite Prüfung: NIV Indikation ja/nein (Patientenakte, PDMS, Peer Review), VAP-Bundle umgesetzt
  3. Quelle des Ergebnisindikators: Ergebnisse der KISS/SARI -ICU Surveillance (Jahresberichte)

Richtwert:

Struktur: ja/nein
Umsetzung: ja/nein

 
  1. Struktur: ja > 95 %
  2. Prozess: > 70% Anzahl positiver Antworten
    →Missing values <20%
  3. Ergebnis: Beatmungsassoziierte Pneumonietage

18 Ereignisse auf 1.000 Tage maschineller Beatmung
(plus 20 VAP Beatmungstage auf 100 Tage Beatmung)
Dauer der Beatmung nach Diagnose VAP <= 10 Tage

Erklärung der Terminologie
  • Weaning-Versuch: geplanter Anlauf mit der Zielsetzung den Patienten vom Ventilator zu trennen, indem ein Spontanatmungs-Versuch unternommen wird mittels einer der folgenden Methoden:
    • T-Stück
    • Druckunterstützt mit 7 cmH2O (PSV)
    • Kontinuierlich positiver Atemwegsdruck von 5 cmH2O (CPAP)
  • Synchronisierte intermittierende mandatorische Ventilation (SIMV) wird ausdrücklich ausgeschlossen
  • Nichtinvasive Beatmung beinhalten Maßnahmen zur Beatmung, die translaryngeale Devices vermeiden
  • Lagerungsprotokolle sind geeignet zur Prävention von VAP. In der Literatur sind sehr unterschiedliche Ergebnisse publiziert worden, die verschiedene Maßnahmen (Oberkörper Hoch -vs. Tieflagerung, Bauchlagerung) in Hinblick auf die VAP zeigen. Die Vermeidung von ausgedehnter Flachlagerung ist möglicherweise der positive Effekt, der jeweils untersuchten Lagerungsmaßnahmen.
Kommentare Die Autoren erachten es als praktikabler, den Indikator über die Maßeinheit „Patienten unter maschineller Beatmung“ zu definieren (anstatt „Tage unter maschineller Beatmung“), zumal Weaning-Versuche üblicherweise nicht von IT-Systemen erfasst werden und dieser Ansatz das Einhalten der Ausschlusskriterien erleichtert. Maßnahmen unter Punkt 2, 4, 5 lassen sich aus der Patientenakte ablesen. Maßnahmen unter 3 sollen als Standard hinterlegt sein und abprüfbar sein.

Zu QI IVa: Wir empfehlen die Evaluierung, ob Versuche täglich durchgeführt worden sind und ob sie bei den Patienten durchgeführt wurden, für welche die oben genannten Einschlusskriterien zutreffen.

Zu QI IVb: Für die im VAP Bundle aufgeführten Maßnahmen existieren Publikationen, die den Effekt jeder Maßnahme in Hinblick auf die Inzidenz der VAP belegen. Die Maßnahmen werden darüber hinaus auch in Kombination mit weiteren Maßnahmen als VAP Bundle in verschiedenen Publikationen genannt. Die im QI IV nicht genannten Maßnahmen zeigen für sich allein betrachtet jedoch keinen eindeutig belegten positiven Effekt in Hinblick auf die Vermeidung oder Reduktion von VAP. Aus diesem Grunde sind im QI IV lediglich Maßnahmen im VAP Bundle genannt, die für sich einen positiven Einfluss auf die Vermeidung oder Reduktion von VAP zeigen.
Literaturangaben
  • Lellouche F, Mancebo J, Jolliet P, Roeseler J, Schortgen F, Dojat M, Cabello B, Bouadma L, Rodriguez P, Maggiore S, Reynaert M, Mersmann S, Brochard L. A multicenter randomized trial of computer-driven protocolized weaning from mechanical ventilation. Am J Respir Crit Care Med. 2006;174:894-900.
  • Navalesi P, Frigerio P, Moretti MP, Sommariva M, Vesconi S, Baiardi P, Levati A Rate of reintubation in mechanically ventilated neurosurgical and neurologic patients: evaluation of a systematic approach to weaning and extubation.Crit Care Med. 2008;36:2986-92.
  • Girard TD, Kress JP, Fuchs BD, Thomason JW, Schweickert WD, Pun BT, Taichman DB, Dunn JG, Pohlman AS, Kinniry PA, Jackson JC, Canonico AE, Light RW, Shintani AK, Thompson JL, Gordon SM, Hall JB, Dittus RS, Bernard GR, Ely EW. Efficacy and safety of a paired sedation and ventilator weaning protocol for mechanically ventilated patients in intensive care (Awakening and Breathing Controlled trial): a randomised controlled trial.Lancet. 2008 Jan 12;371(9607):126-34.
  • Gastmeier P, Geffers C. J Hosp Infect. 2007;67:1-8. Epub 2007 Aug 24
  • Garner JS, Jarvis WR, Emori TG, Horan TC, Hughes JM. CDC definitions for nosocomial infections, 1988. Am J Infect Control. 1988; 16:128-40.
  • Esteban A, Frutos F, Tobin MJ, Alia I, Solsona JF, Valverdu I, Fernandez R, de la Cal MA, Benito S, Tomas R, et al. A comparison of four methods of weaning patients from mechanical ventilation. Spanish Lung Failure Collaborative Group. N Engl J Med. 1995; 332:345-50.
  • Esteban A, Alia I, Tobin MJ, Gil A, Gordo F, Vallverdu I, Blanch L, Bonet A, Vazquez A, de Pablo R, Torres A, de La Cal MA, Macias S. Effect of spontaneous breathing trial duration on outcome of attempts to discontinue mechanical ventilation. Spanish Lung Failure Collaborative Group. Am J Respir Crit Care Med. 1999; 159:512-8.
  • Dellinger RP, Levy MM, Carlet JM, Bion J, Parker MM, Jaeschke R, Reinhart K, Angus DC, Brun-Buisson C, Beale R, Calandra T, Dhainaut JF, Gerlach H, Harvey M, Marini JJ, Marshall J, Ranieri M, Ramsay G, Sevransky J, Thompson BT, Townsend S, Vender JS, Zimmerman JL, Vincent JL. Surviving Sepsis Campaign: international guidelines for management of severe sepsis and septic shock: 2008. Intensive Care Med. 2008 Jan; 34(1):17-60
  • Alexiou VG, Ierodiakonou V, Dimopoulos G, Falagas ME. Impact of patient position on the incidence of ventilator-associated pneumonia: A meta-analysis of randomized controlled trials.J Crit Care. 2009 Feb 12.
  • Drakulovic MB, Torres A, Bauer TT, Nicolas JM, Nogue S, Ferrer M. Supine body position as a risk factor for nosocomial pneumonia in mechanically ventilated patients: a randomised trial. Lancet 1999 Nov; 354(9193):1851-8.
  • Torres Serra-Batlles J, Ros E, Piera C, Puig de la Bellacasa J, Cobos A, Lomena F, Rodriguez-Roisin R. Pulmonary aspiration of gastric contents in patients receiving mechanical ventilation: the effect of body position. Ann Int Med. 1992; 116:540-3.
  • Dellinger RP, Carlet JM, Masur H, Gerlach H, Calandra T, Cohen J, Gea-Benacloche J, Keh D, Marshall JC, Parker MM, Ramsay G, Zimmerman JL, Vincent JL, Levy MM. Surviving Sepsis Campaign guidelines for management of severe sepsis and septic shock. Intensive Care Med. 2004; 30:536-55.
  • Chan EY, Ruest A, Meade MO, Cook DJ. Oral decontamination for prevention of pneumonia in mechanically ventilated adults: systematic review and meta-analysis. BMJ 2007; 334: 889
  • Dezfulian C, Shojania K, Collard HR et al. Subglottic secretion drainage for preventing ventilator-associated pneumonia: a meta-analysis. Am J Med 2005; 118: 11-18
  • Deja M, Trefzer T, Geffers C. Prävention der ventilatorassoziierten Pneumonie - Was ist evidenzbasiert? Anasthesiol Intensivmed Notfallmed Schmerzther. 2011;46:560-7
  • Rello J, Lode H, Cornaglia G, Masterton R; VAP Care Bundle Contributors. A European care bundle for prevention of ventilator-associated pneumonia. Intensive Care Med 2010;36:773-80
  • Berry AM, Davidson PM, Nicholson L, Pasqualotto C, Rolls K Consensus based clinical guideline for oral hygiene in the critically ill Intensive and Critical Care Nursing 2011;27:180-5
  • Rello J, Afonso E, Lisboa T, Ricart M, Balsera B, Rovira A, Valles J, Diaz E; FADO Project Investigators. A care bundle approach for prevention of ventilator-associated pneumonia. Clin Microbiol Infect. 2013;19:363-9.

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Hauptindikator V

Ausprägung Frühzeitige und Adäquate Antibiotikatherapie
Größenordnung Effektivität und Risiko
Begründung

Frühzeitige und adäquate Antibiotika-Therapie verbessert die Prognose bei schweren Infektionen/Sepsis. Die Surviving Sepsis Campaign Bundles empfehlen die Gabe innerhalb einer Stunde nach Diagnosestellung der Infektion/Sepsis (Empfehlungsgrad C).

Mathematische Formel  H5
Population Alle über den beobachteten Zeitraum von der Intensivstation entlassenen Patienten mit schwerer Infektion/Sepsis
Erklärung der Terminologie
  • Infektion (CDC oder ATS)
  • SIRS und Verdacht auf oder nachgewiesene Infektion mit und ohne adäquatem Erregernachweis
  • Frühzeitige und adäquate Antibiotikatherapie: innerhalb 1 Stunde nach Diagnosestellung
Art des Indikators
  1. Struktur: SIRS Erfassung
    ja/nein und Frequenz
  2. Prozess: Peer Review Audit
Datenquelle

Struktur: Abfrage
Prozess: Patientenakte, PDMS (ggf. Monitoringhersteller)

Richtwert
  1. Struktur: ja > 95 %; Frequenz: 3x/d (ggf. Monitoringhersteller)
  2. Prozess: Dokumentation der Diagnosestellung und der Zeitdauer bis zur Gabe des Antibiotikums
    Diagnosestellung innerhalb von 4 Std. nach klinischen Zeichen für Infektion / SIRS
    Antibiotikatherapie: > 70% innerhalb von 1h nach Diagnosestellung
Literaturangaben
  • S2k Leitlinie Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge der Sepsis http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/079001l_S2k_Sepsis_Leitlinientext_01.pdf
  • American Thoracic Society; Infectious Diseases Society of America: Guidelines for the management of adults with hospital-acquired, ventilator-associated, and healthcare-associated pneumonia. Am J Respir Crit Care Med 2005; 171:388–416
  • Bochud PY, Bonten M, Marchetti O et al; Antimicrobial therapy for patients with severe sepsis and septic shock: an evidence-based review. Crit Care Med. 2004 Nov; 32(11 Suppl):S495-512.
  • Fish DN. Optimal antimicrobial therapy for sepsis. Am J Health Syst Pharm. 2002 Feb 15; 59 Suppl 1:S13-9
  • Kumar A, Roberts D, Wood KE, et al.; Duration of hypotension before initiation of effective antimicrobial therapy is the critical determinant of survival in human septic shock. Crit Care Med 2006; 34: 1589 - 96
  • Levy MM, Fink MP, Marshall JC, Abraham E, Angus D, Cook D, Cohen J, Opal SM, Vincent JL, Ramsay G; International Sepsis Definitions Conference. 2001 SCCM/ESICM/ACCP/ATS/SIS International Sepsis Definitions Conference. Intensive Care Med. 2003; 29:530-8.
  • Nachtigall I, Tamarkin A, Tafelski S et al; Impact of adherence to standard operating procedures for pneumonia on outcome of intensive care unit patients. Crit Care Med 2009; 37: 159 – 66

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Hauptindikator VI

Ausprägung Therapeutische Hypothermie nach Herzstillstand 
Größenordnung Effektivität und Risiko
Begründung Die Induktion einer moderaten therapeutischen Hypothermie bei komatösen Patienten nach Herzstillstand infolge Kammerflimmerns (VF) oder pulsloser ventrikulärer Tachykardie (pVT), führt zu einer Verbesserung der neurologischen Prognose und Verringerung der Mortalität.
Mathematische Formel H6
Population

Alle komatösen Patienten nach Herzstillstand infolge VF oder pVT über beobachteten Zeitraum

  1. Einschlusskriterium:
    • Verbleiben im Koma nach Kreislaufwiederherstellung
    • Beobachteter Bewusstseinsverlust
    • Max. 15 min bis zum Beginn einer suffizienten CPR
    • Initialer Rhythmus ist ein Kammerflimmern bzw. eine Kammertachycardie
    • max. 60 min bis ROSC
  2. Ausschlusskriterien:
    • Kardiogener Schock
    • Maligne Arrhythmie
    • Schwangerschaft
    • Koagulopathie
Erklärung der Terminologie Therapeutische Hypothermie: Erreichen der Zieltemperatur einer milden Hypothermie (33± 1°C)
innerhalb von 12 Stunden nach Herzstillstand
Art des Indikators
  1. Struktur: ja / nein
  2. Prozess: > 90 %
Datenquelle
  1. Abfrage
  2. Prozess: Krankenakte / PDMS, Peer Review, Monitoringhersteller 
Richtwert
  1. Struktur: ja > 90 %
  2. Prozess: > 90 %
Kommentar 32-34°C, moderat! 
Literaturangaben
  • Deakin CD, Nolan JP, Soar J, Sunde K, Koster RW, Smith GB, Perkins GD. European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2010. Section 4. Adult advanced life support. Resuscitation 2010; 81:1305–1352
  • Wolfrum S, Radke PW, Pischon T, Willich SN, Schunkert, H, Kurowski V. Mild therapeutic hypothermia after cardiac arrest—a nationwide survey on the implementation of the ILCOR guidelines in German intensive care units. Resuscitation 2007; 72, 207–13.
  • Holzer M, Bernard SA, Hachimi-Idrissi S, Roine RO, Sterz F, Mullner M; on behalf of the Collaborative Group on Induced Hypothermia for Neuroprotection after Cardiac Arrest. Hypothermia for neuroprotection after cardiac arrest: Systematic review and individual patient data meta-analysis. Crit Care Med. 2005; 33:414-8.
  • Bernard SA, Gray TW, Buist MD, Jones BM, Silvester W, Gutteridge G, Smith K. Treatment of comatose survivors of out-of-hospital cardiac arrest with induced hypothermia. N Engl J Med. 2002; 346:557-63.
  • Hypothermia after Cardiac Arrest Study Group. Mild therapeutic hypothermia to improve the neurologic outcome after cardiac arrest. N Engl J Med. 2002; 346:549-56. 

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Hauptindikator VII

Ausprägung Frühe Enterale Ernährung (EE)
Größenordnung Effektivität und Risiko
Begründung Der frühe Beginn einer enteralen Ernährung (EE) ist mit der Reduktion infektiöser Komplikationen und einer niedrigeren Mortalität von Intensivpatienten innerhalb der ersten 48 Stunden assoziiert. Es besteht kein Zusammenhang mit längerer Klinikbehandlung.
Mathematische Formel
(Prozesse)
 H7
Population Alle über den beobachteten Zeitraum von der Intensivstation entlassenen Patienten
Erklärung der Terminologie Indikation zur EE: Alle Patienten ohne Kontraindikation bezüglich enteraler Ernährung, bei denen eine vollständige orale Ernährung nicht möglich ist
Art des Indikators
  1. Struktur: ja / nein (innerhalb der ersten 48 Std.)
  2. Prozess: Implementierungsrate
Datenquelle
  1. Abfrage
  2. Prozess: Patientenakte /PDMS, Peer Review
Richtwert
  1. Struktur: > 95 %
  2. Prozess: ≥ 70%
Literaturangaben
  • Espen Guideline on Enteral Nutrition: Intensive Care. K.G. Kreymann, M.M. Berger, N.E.P. Deutz, M. Hiesmayr, P. Jolliet, G. Kazandijev, G. Nitenberg, G. van den Berghe, J. Wernerman DGEM: C. Ebner, W. Hartl, C. von Heymann, C. Spies Clin Nutr 2006; 25: 210-223
  • Andersen HK, Lewis SJ, Thomas S. Early enteral nutrition within 24h of colorectal surgery versus later commencement of feeding for postoperative complications. Cochrane Database Syst Rev. 200618;CD004080
  • Heyland DK, Dhaliwal R, Drover JW, Gramlich L, Dodek P; Canadian Critical Care Clinical Practice Guidelines Committee. Canadian clinical practice guidelines for nutrition support in mechanically ventilated, critically ill adult patients. JPEN J Parenter Enteral Nutr. 2003 S; 27:355-73.
  • Kompan L, Kremzar B, Gadzijev E, Prosek M. Effects of early enteral nutrition on intestinal permeability and the development of multiple organ failure after multiple injury. Intensive Care Med. 1999; 25: 157-61.

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Hauptindikator VIII

Ausprägung Dokumentation von strukturierten Angehörigengesprächen
Begründung Die Kommunikation zwischen Intensivpersonal und Patienten-Angehörigen ist von großer Bedeutung und dient neben der Vertrauensbildung, der Reduzierung von Trauer und dem Reduzieren von Trauer-induzierter Morbidität (Depression, PTSD). Um Kommunikationsergebnisse nachhaltig zu einer Konsequenz zu verhelfen, ist deren Dokumentation zwingende Voraussetzung.
Erklärung der Terminologie

Dokumentation von Angehörigengesprächen von Patienten die über 48 Stunden auf einer Intensivstation behandelt werden. Jedes Gespräch soll mit Angabe der Teilnehmer dokumentiert werden. Mindestens einmal pro Woche soll ein Gespräch dokumentiert werden, dessen Inhalte folgenden Anforderungen gerecht werden:

  1. Erläuterung des Status des Patienten
  2. Gegenwärtige Behandlungsplanung
  3. Nach initialem Erfragen des Vorhandenseins einer Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht soll der (mutmaßliche) Patientenwille aus der Perspektive der Angehörigen dargelegt werden, sofern der Patient nicht frei für sich sprechen kann.
  4. Angabe von kurzfristigen, mittelfristigen Zielen/Prognose durch die Behandler
Fazit/Festlegungen/Konsequenzen
Art des Indikators

Struktur: ja > 100 %

Prozess: Krankenakte / PDMS, Peer Review 70 %

Population Alle Patienten einer Intensivstation mit einer Verweildauer von mindestens 48 Stunden
Richtwert Mind. 1x/Woche strukturiert dokumentiertes Gespräch
Literaturangaben
  • Siegel MD, Hayes E, Vanderwerker LC, Loseth DB, Prigerson HG. Psychiatric illness in the next of kin of patients who die in the intensive care unit. Crit Care Med 2008;36:1722-8.
  • Wright AA, Zhang B, Ray A, Mack JW, Trice E, Balboni T, Mitchell SL, Jackson VA, Block SD, Maciejewski PK, Prigerson HG. Associations between end-of-life discussions, patient mental health, medical care near death, and caregiver bereavement adjustment. JAMA. 2008;300:1665-73
  • Schaefer KG, Block SD. Physician communication with families in the ICU: evidence-based strategies for improvement. Current Opinion in Critical Care 2009;15:569-577
  • Curtis JR, White DB. Practical guidance for evidence-based ICU family conferences. Chest 2008;134:835-43
  • Scheunemann LP, McDevitt M, Carson SS, Hanson LC. Randomized, Controlled Trials of Interventions to Improve Communication in Intensive Care A Systematic Review. Chest 2011;139:543-554

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Hauptindikator IX

Ausprägung Händedesinfektionsmittelverbrauch
Größenordnung Risiko und Effektivität
Begründung

Hände stellen einen wichtigen Übertragungsweg nosokomialer Infektionen dar. Ein besseres Befolgen von Protokollen zur Händedesinfektion vor und nach Patientenkontakt kann das Auftreten nosokomialer Infektionen um mehr als 50% senken und verringert den Ressourcenverbrauch.

Ziel ist die Anwendung von Protokollen zur Händedesinfektion zu verbessern. Indirekt soll diese Adhärenz durch Messung des Händedesinfektionsmittelverbrauchs überwacht und vereinzelt im Peer-Review Verfahren auditiert werden.
Mathematische Formel Liter pro 1000 Patiententage
Population Das gesamte Personal der ITS über den beobachteten Zeitraum (Ärzte, Pflegekräfte und anderes auf der ITS tätiges Personal)
Erklärung der Terminologie

H9 1

H9 2

Art des Indikators Ergebnis
Datenquelle

Desinfektionsmittelverbrauch der Stationen gebucht auf den Kostenstellen

3 – 5 mL / Desinfektion

Richtwert 80 –100 Liter / 1000 Patiententage (Belegungstage auf Intensivstation)
Kommentare

HandKISS ICU Daten – Prof: Gastmeyer

 H9 3

(World Alliance in Patient Safety WHO GUIDELINES ON HAND HYGIENE IN HEALTH CARE (ADVANCED DRAFT): A SUMMARY WHO/EIP/SPO/QPS/05.2 © World Health Organization 2005) http://www.who.int/patientsafety/events/05/HH_en.pdf

Literaturangaben
  • Boyce JM, Pittet D. Guideline for hand hygiene in healthcare settings. Recommendations of the Healthcare Infection Control Practices Advisory Committee and the HICPAC/SHEA/APIC/IDSA Hand Hygiene Task Force. Society for Healthcare Epidemiology of America/Association for Professionals in Infection Control/ Infectious Diseases Society of America. Morbidity and Mortality Weekly Report Recommendations and Reports, 2002, 51(RR-16):1–45
  • Pittet D. Clean hands reduce the burden of disease. The Lancet, 2005, 366:185-7.
  • Pittet D, Hugonnet S, Harbarth S, Mourouga P, Sauvan V, Touveneau S, Perneger TV. Effectiveness of a hospital-wide programme to improve compliance with hand hygiene. Infection Control Programme. Lancet. 2000 Oct 14;356(9238):1307-12.
  • Erasmus V, Brouwer W, van Beeck EF, Oenema A, Daha TJ, Richardus JH, Vos MC, Brug J. A qualitative exploration of reasons for poor hand hygiene among hospital workers: lack of positive role models and of convincing evidence that hand hygiene prevents cross-infection. Infect Control Hosp Epidemiol. 2009 May;30(5):415-9.
  • Parienti JJ, Thibon P, Heller R, Le Roux Y, von Theobald P, Bensadoun H, Bouvet A, Lemarchand F, Le Coutour X; Antisepsie Chirurgicale des mains Study Group. JAMA. 2002 Aug 14;288(6):722-7.
  • Pittet D, Dharan S, Touveneau S, Sauvan V, Perneger TV. Bacterial contamination of the hands of hospital staff during routine patient care. Arch Intern Med. 1999 Apr 26;159(8):821-6.

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Hauptindikator X

Ausprägung Leitung der Intensivstation durch einen Facharzt mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin, der keine anderen klinischen Aufgaben hat, Präsenz eines Facharztes mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin in der Kernarbeitszeit und Gewährleistung der Präsenz von intensivmedizinisch erfahrenem ärztlichen und pflegerischen Personal über 24h
Größenordnung Eignung, Risiko und Effiziens
Begründung Das Anwesensein eines zertifizierten Intensivmediziners auf der Intensivstation in der Kernarbeitszeit garantiert die Qualität der Versorgung und verringert Mortalität und Behandlungsdauer der Intensivpatienten. Zur qualitativ hochwertigen Versorgung von intensivmedizinischen Patienten 24h am Tag ist die Präsenz von erfahrenem ärztlichem und pflegerischem Personal rund um die Uhr erforderlich. Für zwei Behandlungsplätze wird pro Schicht mindestens eine Pflegekraft kalkuliert.
Mathematische Formel  H10
Population Alle Tage des Jahres über den beobachteten Zeitraum
Erklärung der Terminologie Persönliche Anwesenheit des Facharztes mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin in der Kernarbeitszeit wird als notwendig erachtet. Aus der Literatur lassen sich Outcome-relevante Strukturvorgaben entnehmen, die dem QI X entsprechen. Die
Intensivstation soll durch ein ärztliches und pflegerisches Behandlungsteam besetzt sein, welches keine anderen Aufgaben übertragen bekommt, welches die aktuellen Probleme der Patienten kennt.
Art des Indikators Strukturabfrage über Komplexziffer
Datenquelle Personalabteilung und Dienstplan
Richtwert  97%
Literaturangaben
  • Pronovost PJ, Angus DC, Dorman T, Robinson KA, Dremsizov TT, Young TL. Physician staffing patterns and clinical outcomes in critically ill patients: a systematic review. JAMA. 2002 Nov 6; 288(17):2151-62.
  • Vincent JL. Need for intensivists in intensive-care units. Lancet. 2000 Aug 26: 356(9231):695-6.
  • Treggiari MM, Martin DP, Yanez ND, Caldwell E, Hudson LD, Rubenfeld GD. Effect of intensive care unit organizational model and structure on outcomes in patients with acute lung injury. Am J Respir Crit Care Med. 2007 Oct 1; 176(7):685-90.
  • Wallace DJ, Angus DC, Bartato AE, Kramer AA, Kahn JM. Nighttime Intensivist Staffing and Mortality among Critical Ill Patients. NEJM 2012;366:2093-101
  • Pronovost PJ, Jenckes MW, Dorman T, Garrett E, Breslow MJ, Rosenfeld BA, Lipsett PA, Bass E. Organizational characteristics of intensive care units related to outcomes of abdominal aortic surgery. JAMA. 1999;281:1310-7
  • http://www.divi-org.de/fileadmin/pdfs/struktur/Langversion_201105.pdf

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