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#DIVIGate – Wahrheit und übler Nachrede auf der Spur. Ein Rückblick auf die vergangene Woche

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitglieder,
liebe interessierte Newsletter-Abonnenten,

eine gute Woche ist es her, dass über die DIVI – und den Projektpartner RKI – ein nie zuvor gesehener „Skandal“ hereinbrach, in den sozialen Netzwerken schnell mit dem Hashtag #DIVIGate versehen. So diskutierten am Montag, den 17. Mai, zeitweise mehr als 50.000 Twitter-Nutzer über vermeintliches Fehlverhalten von Intensivmedizinern, verschwundene Intensivbetten aus Statistiken des DIVI-Intensivregisters oder irreführende Darstellungen zur Lage. Angestoßen hatten die Debatte mehrere Artikel in der WELT am Wochenende zum 15./16. Mai, vor allem das unter der Überschrift „Es geschehen bei den Intensivstationen seltsame, unverständliche Dinge“ veröffentlichte Interview von Prof. Matthias Schrappe und die hier gemeinsam mit neun weiteren Autoren veröffentlichte Ad-hoc-Stellungnahme. Was dann geschehen ist, möchte ich Ihnen heute gerne vor Augen führen.

Wie ist die DIVI diesen schwerwiegenden Vorwürfen in den Medien und den hitzigen Gefechten in den Social-Media-Kanälen begegnet? Nun, vor allem mit den Strategien, die wir auch in unserer alltäglichen Arbeit befolgen: mit Ruhe, im Team und mit Blick auf die Fakten und Tatsachen: DIVI-Präsidiumsmitglieder, das DIVI-Intensivregister-Team, die Geschäftsstelle, die Pressestelle, Pressestellen anderer Verbände – alle haben zügig und koordiniert und miteinander gearbeitet. Chapeau!
Und war am Montagmorgen noch #DIVIGate einer der meistgenutzten Hashtags auf Twitter, drehte sich der Wind bereits im Laufe des Tages und wurde am Abend zu #DIVIGateGate (der Skandel, der keiner war) oder sogar #Weltgate (der herbeigeschriebene Skandal).

Direkte Reaktion der DIVI am Montag gemeinsam mit DKG und MB

Bereits über den Tag hinweg veröffentlichte der taz-Redakteur Malte Kreutzfeldt zahlreiche Twitter-Posts, um falsche Zahlen aus dem Paper von Schrappe et. al. zu widerlegen und stand dabei in engem Kontakt mit der DIVI-Pressestelle. Er beschäftigt sich bereits seit Wochen und Monaten täglich mit den Zahlen des DIVI-Intensivregisters und fungierte in den nächsten Tagen sogar als Experte in anderen Medienberichten.

Um 15.30 Uhr veröffentlichte die DIVI am Montag gemeinsam mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) und dem Marburger Bund (MB) eine gemeinsame Stellungnahme, um die irreführenden Vorwürfen vom Spiel mit der Angst, der Manipulation offizieller Statistiken und sogar der Unterstellung, rein aus finanziellem Interesse Patienten intensivmedizinisch behandelt zu haben, aufs Schärfste zurückzuweisen – auch hier haben wir Sie über den Newsletterverteiler informiert.

Parallel standen wir in stetigem Kontakt zu unserem Projektpartner, dem RKI, und den dort für das DIVI-Intensivregister verantwortlichen Mitarbeitern sowie deren Pressestelle. So veröffentlichte das RKI-Team noch ein weiteres FAQ zur korrekten Interpretation der Darstellung von Bettenkapazitäten von Erwachsenen und Kindern.

Berichterstattung in den Medien: Fakten-Checker decken auf

Unsere Pressestelle gab anfragenden Journalisten weitere Antworten auf Fragen an die Hand, sodass noch am späten Abend desselben Tages ZDF-online einen Fakten-Check mit deutlicher Entkräftung des Schrappe-Papers veröffentlichte. Spiegel-online berichtete gar am Abend vom Dienstag, 18. Mai, über „Die Manipulation, die keine war“. Verschweigen können wir aber auch nicht, dass die BILD-Zeitung mit der Zeile „10.000 Intensivbetten verschwunden“ aufmachte. Aber letztendlich veröffentlichte der BR-Faktenfuchs am Samstag nach fundierter Recherche den viel beachteten Beitrag „#Faktenfuchs: Was ist dran an #DIVIgate?“. Natürlich berichteten auch zahlreiche weitere Tageszeitungen, Radio und (lokale) Fernseh-Nachrichtenformate.

Stellungnahmen weiterer Verbände entkräften Schrappe-Vorwürfe

Großartig war und ist die Solidarität weiterer Verbände zu spüren, die ebenfalls Stellungnahmen mit weiteren Zahlen, Daten und Fakten veröffentlichten, um die Vorwürfe von Matthias Schrappe zu entkräften. Hervorzuheben ist hier die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Medizincontrolling (DGfM) vom Mittwoch, den 19. Mai, sowie dem Verband der leitenden Krankenhausärzte (VLK) vom Dienstag, den 18. Mai, und die am gleichen Tag mit der Überschrift „Schlechtreden der Intensivversorgung eher peinlich als nützlich“ veröffentlichte Stellungnahme des Verbands der Krankenhausdirektoren (VKD).

Heftige politische Debatte zur „Aktuellen Stunde“ im Bundestag

Schließlich folgte auch noch die Politik: Am Donnerstag, den 20. Mai, entbrannte ein heftiger Streit über die Auslastung der Intensivstationen im Bundestag. Die AfD-Fraktion hatte eine „Aktuelle Stunde“ zum Thema einberufen. Hier warfen Redner der AfD-Fraktion der Bundesregierung vor, mit falschen und wissenschaftlich nicht haltbaren Einschränkungen auf die Corona-Pandemie reagiert zu haben. Die anderen Fraktionen hielten hingegen der AfD vor, die Pandemie mit pseudowissenschaftlichen Argumenten verharmlosen zu wollen.
Die AfD forderte die Aufarbeitung der Erkenntnisse, Die Grünen sprachen von einer „politischen Stimmungsmache“, CDU/CSU gar von einer armseligen Kampagne gegen die Krisenpolitik. Es lohnt sich, die Debatte im eigenen Interesse einmal nachzuverfolgen.

Stellen Sie Fragen, geben Sie Wissen weiter

Bilden Sie sich selbst ein Urteil, geben Sie gerne Informationen aus diesem Beitrag auch an Kollegen weiter – und scheuen Sie sich bei konkreten Fragen auch als Mitarbeiter im Krankenhaus nicht, bei unserer Pressestelle (gleichfalls auch Pressestelle für das DIVI-Intensivregister) nachzufragen, bevor sich Halbwahrheiten oder Spekulationen ihren Weg bahnen.

Die Teams auf den Intensivstationen – Sie alle – haben großartiges geleistet und leisten es weiterhin, Tag für Tag. Für Ihre Arbeit auf den Stationen und im Sinne unserer Patienten möchte ich Ihnen deshalb zum Schluss noch meinen ganz persönlichen Dank aussprechen!

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Mit besten Grüßen,
Ihr
Prof. Dr. med. Gernot Marx, Präsident der DIVI

 


Word-Cloud: Cision Germany GmbH

Foto Prof. Marx: Daniel Carreño

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